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«Jede Art von Impfung ist per se nicht gänzlich harmlos!»

(Jungfrau Zeitung)

Interview mit Beda Stadler – Teil 2 | 10. September 2022

Teil 1

Der emeritierte Professor und Molekularbiologe Beda M. Stadler (72) ist auch Autor eines Bestsellers («Glücklich ungläubig») und schreibt bereits an seinem neuen Buch mit dem Titel «Aufklärung 2.0». Dort geht es nicht weniger als um unser Gehirn, das der schlagfertige Gesprächspartner auseinandernimmt. Stadler äussert sich im zweiten Teil dieses spannenden Interviews auch zu den immer stärker diskutierten Impfschäden der mRNA-Therapien und sagt unter anderem, warum er diese Technik dennoch für zukunftsweisend hält. Das Ausschliessen von Ungeimpften aus der Gesellschaft hat ihn hingegen ausnahmslos geärgert.

von Peter Wäch

Beda M. Stadler ist ein sehr umgänglicher Zeitgenosse, aber auch ein scharfer Kritiker.

Das Gespräch mit Beda Martin Stadler dauert über eine Stunde, und er gibt immer wieder genug Anlass, herzhaft zu lachen. Ebenso ernst kann der ehemalige Direktor des Instituts für Immunologie der Uni Bern werden, wenn es um die Rolle des Staats und der Politiker geht, denen er in der soeben gescheiterten «Energiewende» Totalversagen vorwirft. Selbstverständlich hat der Mann auch eine dezidierte Meinung zum Maskentragen oder zu den «unnützen» PCR-Tests, und er foutiert sich nicht, den Kollegen Karl Lauterbach als einen Clown zu bezeichnen.

Über Beda M. Stadler

Beda Martin Stadler

Beda Martin Stadler wurde am 21. Juni 1950 in Visp geboren. Er ist ein Schweizer Molekularbiologe sowie emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern. Der bekennende Atheist Stadler stammt aus einer katholischen Familie mit fünf Kindern. Sein Vater arbeitete als Ingenieur bei dem Chemie- und Pharmaunternehmen Lonza. Stadler besuchte das Kollegium Spiritus Sanctus in Brig. Er studierte Biologie in Bern und wurde in Molekularbiologie promoviert. Zwei Jahre verbrachte er in den Vereinigten Staaten. Nach der Rückkehr in die Schweiz arbeitete er an der Universität Bern und wurde 1991 Professor für Immunologie. Stadler betrieb Grundlagenforschung im Gebiet der Allergologie und Autoimmunität und angewandte Forschung zur Herstellung von rekombinanten humanen oder künstlichen Antikörpern und Impfstoffen für die Therapie. In der Öffentlichkeit bekannt wurde er als Diskussionsteilnehmer und insbesondere mit seinen bissigen Kolumnen, in denen er meist zu medizinischen sowie gesundheits- und gesellschaftspolitischen Themen – etwa Alternativmedizin (kontra), Gentechnik (pro), Impfung (kontra Kritik), Corona (kontra Maskenpflicht), Klimawandel (gegen behauptete Hysterie) – Stellung bezieht. Seine provokativen Thesen, in der Titelformulierung oft ironisch zugespitzt – Legalisiert das Doping, Konsumenten wollen Genfood oder Frauen sind nicht lustig – erregen Zu- und Widerspruch der Leserschaft. Ein Autor des Beobachters nannte ihn 2009 den «umstrittensten Professor der Schweiz». 2021 sagte er dazu: «Wichtig ist, dass wir auf Glaubenssysteme verzichten und der Wissenschaft mehr vertrauen. Die Wissenschaft ist im Gegensatz zum Glauben bereit, aus Fehlern zu lernen.» Von 2005 bis 2008 war er Kolumnist der NZZ am Sonntag und schrieb unter anderem auch für die Berner Zeitung. Neben seinen wissenschaftlichen Publikationen und Zeitungskolumnen veröffentlichte Stadler 2001 ein GVO-Kochbuch und 2022 sein autobiografisches Werk «Glücklich ungläubig». Er ist unter anderem Mitglied des Beirates der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung. Stadler ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im Herbst 2020 lag er nach einer Operation wegen eines Aneurysmas aufgrund von Komplikationen wochenlang im künstlichen Koma und überlebte darüber hinaus eine im Spital zugezogene Corona-Infektion.

Genussmensch Beda, hier auf einem Foto aus jüngeren Tagen

Sie betrieben unter anderem Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Allergologie und Autoimmunität und angewandte Forschung zur Herstellung von rekombinanten humanen oder künstlichen Antikörpern und Impfstoffen für die Therapie. Nun werden Nebenwirkungen durch die Impfung bekannt und die reichen von einer Gürtelrose bis zu gravierenden Herzmuskelentzündungen. Ist da was dran?

Beda M. Stadler: Man sollte diese Fälle mit Sicherheit näher anschauen. Es gibt aber in der Tat auch Leute, die eine Autoimmunkrankheit hatten und diese nach der Impfung verloren haben. Man muss jedoch wissen: Jede Art von Impfung ist immer eine Immunstimulation und per se nicht gänzlich harmlos. Somit kann auch jede Impfung Nebenwirkungen haben, genauso wie jedes herkömmliche Medikament. Alles mit Wirkung hat auch Nebenwirkung. Wenn man jedoch die Anzahl an Nebenwirkungen mit jener der neuen Impfungen vergleicht, sind sie geringer als bei anderen Medikamenten.

Es gibt Peer-Reviewed-Studien, die aufzeigen, dass die mRNA-Technik auch Antikörper, sprich Immunglobuline, produziert, die nicht förderlich sind auf die Dauer und mehr Schaden als Nutzen verursachen. Können Sie hier etwas dazu sagen?

Diese Studien kenne ich nicht. Das Gebiet der mRNA-Technik war lange Zeit mein Lehrstoff. Hier kam nichts Neues dazu, alles alter «Hafechäs». Sie ist für künftige Impfstoffe insofern wichtig, als dass man sie auf elegante Weise verabreichen kann, indem der Körper das Antigen selbst herstellt. Bei den bekannten Totimpfstoffen ist es nach wie vor ein grosser Aufwand, das nötige Eiweiss darin rein und in natürlichem Zustand zu halten. Ich habe bereits vor 20 Jahren darüber in Vorlesungen referiert. Die Technik wird auch zukunftsweisend in der Krebstherapie sein.

Die Uni Bern war viele Jahre die Wirkungsstätte von Beda M. Stadler.

Wenn alles so einfach scheint mit dem «Stich», war es denn gerechtfertigt, Ungeimpfte aus der Gesellschaft auszustossen mittels eines Zertifikats?

Das hat mich an den ganzen Massnahmen am meisten geärgert. Bereits die ersten Statistiken aus China gingen zu Recht davon aus, dass Kinder bis zehnjährig immun sind. Bis 20, so wusste man bald, gäbe es in den allermeisten Fällen nur eine leichte Erkältung und bis 30 eine normale Erkältung. Ab 50 könne es einen schlimmer treffen bei gewissen Vorerkrankungen, so natürlich auch ab 60 und 70 und natürlich Hochbetagte ab 80 Jahre.

Wir sind drauf und dran, einen Nanny-State zu etablieren, bei dem ein jeder und eine jede behandelt wird wie ein Kleinkind
Beda M. Stadler emeritierter Professor und Buchautor

Dann hätte es Ihrer Meinung nach gereicht, wenn man die Gefährdeten, die sogenannten Vulnerablen, geschützt, beziehungsweise geimpft hätte?

Eindeutig. Ich war immer für schnelle, aber selektive Impfungen. Es hätte auch Sinn gemacht, den Leuten zu erklären, wann eine Maske sinnvoll ist und wann nicht. Doch man hat uns behandelt wie die Affen im Zoo, die Kommunikation hat versagt. Wir sind drauf und dran, einen Nanny-State zu etablieren, bei dem ein jeder und eine jede behandelt wird wie ein Kleinkind. Nun haben wir eine ähnliche Situation mit der Stromversorgung. Strenge Regeln übertünchen das immense Versagen. Die Politik kann dahinter ihre fehlgeschlagene Energiewende verstecken. Und wir werden gezwungen, ein schlechtes Gewissen zu haben, damit wir nicht näher darüber nachdenken.

Dass die mRNA-Impfstoffe noch immer über keine Langzeit-Studien verfügen, ist das eine; das andere ist, dass es auch keine Langzeitstudien gibt, dass man Menschen innerhalb eines Jahres mindestens dreimal gegen ein und dasselbe Virus impft. Ist das noch gesund?

Man sollte in der Tat nicht zu oft impfen, das muss je nach vorhandenen Antikörpern die Ausnahme bleiben. Bei einem guten Impfstoff reicht es, sich zweimal impfen zu lassen, bei einem schlechten braucht es dann schon weitere Auffrischungen. Jeder Schweizer hat indes eine Restimmunität. Bei älteren und vorerkrankten Menschen wird es wohl so kommen, dass man künftig die Grippe- mit der Corona-Impfung kombiniert, um schwere Verläufe auszuschliessen. Alle anderen sollte man unbedingt in Ruhe lassen.

Und die PCR-Tests?

Weg damit, die sagen nämlich rein gar nichts aus. Ist zum Beispiel Person A immun und Person B scheidet ihre Viren in der Nähe aus, wird auch Person A wieder positiv getestet. Doch bei Person A wird der Eindringling erfolgreich bekämpft, sein Immunsystem kann das Antigen eliminieren. Wir alle kennen die Symptome, die dann auftreten können, man nennt es auch Erkältung. Bei Kindern mit starken Erkältungen war es übrigens schon immer in 20 Prozent der Fälle Corona. Das Virus war auch schon immer da, und es machte mich wütend, dass man von einem neuen Erreger sprach. Wenn der Meyer ein Kind bekommt, sagt man ja auch nicht, das ist ein neuer Meyer.

Bei Corona ist es lediglich ein neuer Stamm, der zu 90 Prozent allen anderen Corona-Viren gleicht
Beda M. Stadler emeritierter Professor und Buchautor

Dann sagen Sie hier klipp und klar, dass das Corona-Virus gar nicht neu ist?

Bei Corona ist es lediglich ein neuer Stamm, der zu 90 Prozent allen anderen Corona-Viren gleicht. Schauen Sie sich die Situation in den Schweizer Kitas oder in Schweden an. Man hat sie nie zugemacht, und nun sind alle Kinder immun. Es gibt keinen einzigen Fall, der Probleme macht. Doch der grosse Bruder Lauterbach und andere Clowns waren nicht fähig, daraus ihre Lehren zu ziehen.

Sie selbst hatten auch Corona, aber noch viel schlimmer war Ihre Zeit nach einem operativen Eingriff, bei dem man ein Aneurysma entfernte und wo Sie danach mehrere Schlaganfälle erlitten haben. Wie geht es Ihnen heute?

Ich glaube, ganz gut (lacht). Derzeit schreibe ich an einem neuen Buch mit dem Titel «Aufklärung 2.0». Ich fordere darin die Leser auf, sich vom eigenen Gehirn zu emanzipieren. Gewisse Abschnitte davon, wir teilen sie auch mit den Affen, sollte man gänzlich ausschalten, damit wir zu echten Menschen werden können (lacht).

Sie sprechen sicher vom Stammhirn und vom limbischen System, wo vor allem die Emotionen wirken.

So in etwa. Am Schluss sollten wir uns alle dorthin entwickeln, wo jeder Mensch gleichbehandelt wird und wo sich alle einigermassen einig sind über den Sinn des Lebens.

Der da wäre?

Dass wir Sorge tragen zu unserer Erde, uns aber auch bewusst sind, dass wir diesen Planeten nicht «jungfräulich» übergeben können. Letztendlich geht alles zugrunde, der Mond, die Sterne, die Sonne. Unsere Kulturgüter sollten wir aber retten, wenn möglich für eine Zeit nach der Erde. Ich unterscheide zwischen Glücklichsein und Glückseligkeit. Bei Ersterem sieht das Individuum nur seine eigenen Chancen, bei Letzterem geht es darum, etwas beizutragen, das dem Wohl aller Mitmenschen und der Umwelt dient. Ich spreche auch von den drei Arten der Emanzipation.

Wir hatten die Emanzipation der Frau, nun braucht es die Emanzipation des Mannes, damit sich beide auf Augenhöhe begegnen können
Beda M. Stadler emeritierter Professor und Buchautor

Jetzt könnte es heikel werden…

Nein, ganz und gar nicht. Wir hatten die Emanzipation der Frau, nun braucht es die Emanzipation des Mannes, damit sich beide auf Augenhöhe begegnen können. Dann braucht es noch die Emanzipation der Philosophie und der Kunst, um den Menschen in einem echten Sinne zu humanisieren. Wir nehmen die Evolution selbst in die Hand und gehen eine Stufe darüber.

So wie es der israelische Schriftsteller Yuval Noah Harari propagiert mit dem Transhumanismus und einem Chip im Hirn?

Nein, man sollte aus guten Gründen der Elektronik nicht vollumfänglich vertrauen. Doch warum nicht gewissen Medikamenten oder Drogen, die unsere kognitiven Fähigkeiten erhöhen? Gezielt eingesetzt, könnten diese wahre Wunder bewirken.

Was ist Ihre beste Therapie? Schweissen Sie noch Ihre originellen Figuren?

Ich bin leider nicht mehr dazu gekommen, habe aber ein wenig mit Holz gearbeitet. Mittlerweile hüte ich meine Enkelkinder. Meine Tochter, die eine Tanzkarriere absolvierte, ist nun aus Altersgründen vom Beruf zurückgetreten und hat zusammen mit einem Galeristen in Bern das Café Postgasse übernommen. Dort muss ich jetzt auch hin und wieder zum Essen (lacht).

Sie sagten immer, der Corona-Erreger sei mehrheitlich ein AHV-Virus. Fühlen Sie sich bestätigt nach zweieinhalb Jahren?

Ich hatte vor ein paar Tagen eine Lesung, da kam eine junge Frau auf mich zu, um mein Buch «Glücklich ungläubig» von mir signieren zu lassen. Sie sagte, ich sei in der ganzen Zeit der einzige Vernünftige gewesen, der ruhig blieb und auch Trost spendete. Sie meinte, ich habe mit allem Recht gehabt. Und wenn ich das jetzt so reflektiere, muss ich sagen, das dem so ist (lacht).

Ein abschliessendes Wort.

Ich bin froh, nicht mehr Angst haben zu müssen, wie Asterix und Obelix, die denken, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt.

Angstfrei Kongress 2022

Der Angstfrei Kongress ist eine zweitägige Publikums-Vortragsreihe zum Thema Angst mit all seinen Schattierungen. Ziel des Kongresses ist nicht nur die fachliche Wissensvermittlung durch renommierte Top-Speaker, sondern auch der Nutzen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, das Wissen an sich selbst und im Alltag anwenden zu können. Unter den Referenten sind unter anderem Prof. Beda M. Stadler, Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer (Bruder von Herbert Grönemeyer), Schriftstellerin Julia Onken, Dr. med. Dr. scient. Raphael Bonelli, Dr. Sebastian Fitzek, Dr. Svenja Flasspöhler und auch der Gastgeber und Hypnosetherapieexperte Gabriel Palacios aus Bern.

Samstag, 17., und Sonntag, 18. September, ganztags
Kursaal Bern, Kornhausstrasse 3, 3013 Bern
Veranstalter: Palacios Relations GmbH, Rosenweg 25 BCH, 3007 Bern
www.angstfrei-kongress.ch

Teil 1


Quelle: https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/202968/

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3 Gedanken zu „«Jede Art von Impfung ist per se nicht gänzlich harmlos!»“

  1. Pingback: «Wir haben heute eine grosse Anzahl neuer Angstsysteme!» – BEDA STADLER

  2. Ein erfrischendes, zweiteiliges Interview. Meinen Dank für diese Publikation. Beda Stadler spricht mir in vielem aus dem Herzen.

  3. Kurt Kes Häberli

    In der ref…….ormiert -Zeitung NOV. 22 schreibt die K.Kilchenmann: Sie seien Arzt, Immunologe.
    Sind Sie auch noch Arzt oder Biologe bzw. Molekular-Biologe?

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