Corona: Was jetzt zu tun ist


(Weltwoche)

Das Ende der Panik ist in Sicht. John Holcroft für die Weltwoche.

Die Impfung verringert das Risiko einer Covid-19-Erkrankung erheblich. Zudem ist das menschliche Immunsystem zu mehr fähig, als viele denken.

Beda Stadler

Eigentlich sollten wir jetzt alle etwas relaxen. Bislang ist noch jede Geissel der Menschheit, gegen die eine Impfung entwickelt wurde, besiegt worden. Etwa die Pocken, die sogar ausgerottet wurden, oder andere Infektionskrankheiten, die wegen der Impfung extrem selten geworden sind. So haben Junge heute keine Freunde mehr, die wegen der Kinderlähmung ihr Leben lang behindert sind. Die Impfung gilt also mit Recht als einer der grössten medizinischen Erfolge des 20. Jahrhunderts.

Trotzdem sollten wir nüchtern bleiben und aus der Wissenschaft keine Glaubensfrage machen. Es gibt in der Biologie nämlich keine 100 Prozent. Sollten die derzeitigen Impfungen tatsächlich zu 95 Prozent wirksam sein, bedeutet dies, dass von den derzeit rund vier Millionen Geimpften in der Schweiz trotzdem 200 000 theoretisch noch gefährdet sein könnten. Diese Menschen verdienen nun unsere Solidarität.

Immunologische Bildungslücken

Von wem dürfte man nun Solidarität erwarten? Bei dieser Frage hilft die Wissenschaft tatsächlich. Seit Anbeginn der Pandemie waren Kleinkinder nie ein Problem, weil sie nämlich gegen andere Typen von Coronaviren immun sind, welche genügend Schutz vor Covid-19 verleihen. Da unser Immunsystem nach der Pubertät kontinuierlich abnimmt, ist klar, warum die meisten Opfer Senioren waren. Menschen über vierzig sollten jetzt also an die Nadel, um den Jüngeren zu zeigen: Man kommt auch mit Vernunft durchs Leben.

Zudem bräuchten wir endlich einen aussagekräftigen Antikörpertest. Einen Test, der aufzeigt, warum Kinder immun sind und ob ältere Menschen noch geschützt sind, und nicht bloss einen Test, der misst, ob man geimpft ist. In der Schweiz gibt es genügend Immunologen, die einen solchen Test entwickeln könnten. Das wäre vernünftiger und billiger gewesen als die PCR-Testung, die ausser Panik nichts gebracht hat.

Chefredaktionen von Schweizer Medien sollten jeden Mitarbeiter, der bei einem positiven PCR-Test von Infektion redet, eine Woche in unbezahlten Urlaub schicken, um immunologische Bildungslücken zu schliessen. Übrigens: Wer immun ist, kann PCR-positiv sein, während er das Virus bekämpft, ist aber nicht gefährdet.

Ebenfalls einen Bildungsurlaub sollten alle kriegen, die behaupten, dass symptomlose Kranke andere Menschen anstecken. Falls wir «symptomlose Krankheiten» als medizinische Definition zulassen, wird unser Gesundheitssystem rasch an seine Grenzen kommen.

Sollte ein Virologe oder ein Epidemiologe weiterhin behaupten, dass Sars-CoV-2 ein neues Virus sei, gegen das es keine Immunität gebe, nachdem man schliesslich Sars-CoV-2 mit einem Antikörper gegen Sars-CoV-1 nachgewiesen hat, müsste man ihm den Lehrauftrag entziehen. Das sind bloss Beispiele, wie wir in Zukunft wieder die Wissenschaft statt Kristallkugeln benutzen sollten. Falls man im Abwasser mit dem PCR-Test Coronaviren nachweist, redet schliesslich auch niemand von infiziertem Abwasser, das Covid-19 hat.

Wenn unsere Beamten, die hoffentlich selber geimpft sind, auf dem Bundesplatz mit Maske Kuchen verteilen, um die Bürger zum Impfen zu animieren, untergräbt dies das Vertrauen in die Impfung. Wer sich impfen liess, aber trotzdem weiterhin die Maske tragen soll, wird sich fragen, wie gut die Impfung eigentlich ist. Bei solchem Verhalten und solchen Vorschriften verstehe ich, weshalb viele sich nicht impfen lassen oder impfkritisch werden, ohne wirkliche Impfgegner zu sein.

Späte Rache

Im Normalfall ist man gegen einen pathogenen Keim besser geschützt, wenn man die Krankheit durchgemacht hat, als wenn man bloss geimpft ist. Als Genesenem wurde mir ein Covid-Zertifikat verweigert, weil mein PCR-Test ein paar Tage älter war als sechs Monate. Ich empfand dies wie eine späte Rache, weil ich während der Vorlesungen manchmal sagte, wer den besprochenen Stoff nicht verstehe, werde wahrscheinlich nur beim BAG eine Anstellung finden. Ich komme mir echt blöd vor, wenn ich als Genesener und Einziger in einem Zugwagen eine Maske tragen soll, was wirklich vorgekommen ist.

Es rächt sich nun, dass wir noch immer keine nationale Patientenkarte haben. Eine solche «Kreditkarte» könnte man mit Leichtigkeit als Impfpass verwenden, und sie würde unser künftiges Zusammenleben vereinfachen.

Quelle: https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2021-33/diese-woche/corona-was-jetzt-zu-tun-ist-die-weltwoche-ausgabe-33-2021.html

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11 Gedanken zu „Corona: Was jetzt zu tun ist“

  1. Hansjörg Plüss

    Leider sind die Beamten des BAG -trotz Doktortitel – zu dumm, dies zu begreifen.
    Gleiches gilt für die meisten Mitglieder der “wissenschaftlichen” Taskforce daselbst …

  2. Fabian Eisenring

    Guten Tag wohl Herr Stadler

    1. Was soll ein Antikörpertest im Kampf gegen die Pandemie bringen? Ich meine die PCR erkennt zuverlässig SARS CoV2- Positive, um sie in Quarantäne zu bringen, um so Infektionsketten zu unterbrechen.

    2. “Von wem dürfte man nun Solidarität erwarten? Bei dieser Frage hilft die Wissenschaft tatsächlich. Seit Anbeginn der Pandemie waren Kleinkinder nie ein Problem, weil sie nämlich gegen andere Typen von Coronaviren immun sind, welche genügend Schutz vor Covid-19 verleihen.”
    Sorry wie kann man nur so einen Quatsch behaupten? Ähnlich, bedeutet nicht gleich, Viren mutieren ständig.
    Denn die Daten aus verschiedenen Studien mit über 50 000 Teilnehmenden zeigen klar und deutlich auf , dass das Immunsystem das Virus nicht kennt und zum anderen wie hervorragend die Impfung funktioniert. Nach der ersten Impfung steigt IgG nach 21 Tagen und nach der zweiten Impfung bestätigt, die verkürzte Reaktionszeit dies. IgG steigt bereits nach 7-10 Tagen auf das Maximum. Würde also das Immunsystem das Virus bereits kenenn würde IgG nach der ersten Impfung bereits nach 7-10 Tagen auf das Maximum steigen.

    2. Zur PCR, die einige noch immer nicht verstanden haben;

    SARS CoV2 besteht aus ca. 30 000 Basenpaaren.
    Einen “Virenschnipsel” gibt es nicht, da freie Viren RNA sehr fragil ist und binnen Minuten zerfällt.
    Die primer der SARS CoV2- PCR sind kurz gewählt (20-30 Basenpaare) bestehen aus 2-5 Sequenzen.
    (Aus diesem Grund, ist dieser Test hoch spezifisch und eine Kreuzreaktion ausgeschlossen.)
    Nehmen wir an, das “Virenschnipsel” hätte von der Probeentnahme, bis zur PCR im Labor bestand, so müssten immer noch genau die Sequenzen ausgebrochen sein, die im primer gesetzt wurden, um ein positives Ergebnis zu erhalten.
    Der Denkfehler, (den auch Aletheia macht)ist das Schachbrett Argument.
    ABER: 0 hoch 63 = 0, wo kein Virus da keine positive PCR.
    Ansonsten Abwasser monitoring: EAWAG; die Daten korrelieren positiv, mit den gemeldeten Fallzahlen.

    Info zum cut-off;
    Werden zu wenig Zyklen durchgeführt, kann dies zu einem falsch positiven Resultat führen. Die PCR muss immer bis in die Sättigungsphase beobachtet werden. Ansonsten weiss man nicht, ob das Resultat von einem unspezifischen Sondenzerfall im Reagenzgefäss stammt. Nur die S-Form der Fluoreszenz beweist eine erfolgreiche Testdurchführung. Und daher ist es notwendig ca. 40 Zyklen zu fahren. Warum es nicht über 30 sein sollte wäre mir schleierhaft. Man spart bei einer geringeren Zahl etwas Geld für Primer und Probes und Zeit bei der Durchführung, aber eben auf Kosten höherer Zahl von falsch-positiven und falsch-negativen.

    In Alternativmedien wird gerne behauptet, dass der PCR Test eine falsch positive Rate (FPR) von 1-2% hätte. Eine FPR von 1-2% würde bedeuten, dass von 100 Tests 1-2 Personen fälschlicherweise ein positives Ergebnis erhalten. Die Zahl stammt von einer sogenannten Ringstudie mit positiven Proben und negativen Kontrollen. Die Idee einer solchen Studie ist es, eine externe Qualitätssicherung zu ermöglichen. Die Fehlerraten einer Ringstudie sind erwartungsgemäß höher als beim normalen Laborbetrieb da es ein anderer Prozess ist als üblich. Die Studie hat z.B. gezeigt, dass es vereinzelt zu Verwechslungen von Proben gekommen ist. Dies tritt im Alltag aber kaum auf. Die Fehlerrate von etwa 1-2% ist korrekt aus der Studie zitiert. Allerdings bezieht sich die Zahl auf einen einzelnen Genabschnitt. Die auf dem Markt befindlichen Testkits testen auf 2-3 Genabschnitte. Entsprechend sinkt die falsch positive Rate von 1-2% auf unter 0,01-0,04%. Auch werden positiv getestete Proben nachgetestet. In Kombination können damit Fehler praktisch ausgeschlossen werden. Dies wird auch durch konkrete Testzahlen im Einsatz bestätigt. Die Positivenrate im Sommer 2020 ist teilweise unter 0,1% gesunken. Groß angelegte Studien wie in Wuhan mit 10 Millionen Tests zeigen sogar eine FPR von unter 0,003%. Zur Eindämmung der Pandemie sind die eigentliche Herausforderung falsch Negative Testergebnisse. Auch mit einem negativen Testergebnis sollte man die Abstandsregeln befolgen und eine Maske zum Schutz anderer tragen.

    3.”Chefredaktionen von Schweizer Medien sollten jeden Mitarbeiter, der bei einem positiven PCR-Test von Infektion redet, eine Woche in unbezahlten Urlaub schicken, um immunologische Bildungslücken zu schliessen. ”
    Wer hier seine Immunologische Bildungslücke zu schliessen hat, ist, denke ich klar. 😉

    4. “Wer immun ist, kann PCR-positiv sein, während er das Virus bekämpft, ist aber nicht gefährdet.”
    Hier negieren Sie den Stand der Forschung gleich komplett, siehe Long Covid.
    SARS CoV2 besitzt im Gegenzug zu anderen Viren ( auch Influenza) ein Spike Protein womit es spezifisch an ACE-2-Rezeptoren bindet. (Darm, Niere, Herz, Nerven, teilweise dem Gehirn) allein darum gilt es eine jede Infektion zu verhindern.

    5. “Ebenfalls einen Bildungsurlaub sollten alle kriegen, die behaupten, dass symptomlose Kranke andere Menschen anstecken.”
    Wissenschaft ist ein dynamischer Prozess, bitte bleiben Sie am ball. 😉
    Die asymptomatische Übertragung von SARS CoV2 ist mehrfach bewiesen, dies zu bestreiten ist halt einfach dumm.
    https://youtu.be/eBXt7FsM4co. SARS-CoV-2: Viren in den Speicheldrüsen (auch bei asymptomatischen) Personen nachgewiesen.
    SARS-CoV-2 kann die Zellen der Mundschleimhaut und die Speicheldrüsen infizie­ren. Dies zeigen neue in Nature Medicine (2021; DOI: 10.1038/s41591-021-01296-8) vorgestellte Ergeb­nisse britischer und amerikanischer Forscher, die die Infektion der Speicheldrüsen mit oralen Sympto­men von COVID-19 in Verbindung bringen. Die Befunde erklären zudem, warum das Virus im Speichel von Infizierten in größerer Menge vorhanden ist.

    Anfangs wurde vermutet, dass sich SARS-CoV-2 zu Beginn der Infektion nur in den Zellen des Nasenra­ch­en­­raums vermehrt. Die Folge waren unangenehme Abstriche, die von geübtem Personal vom hinteren Bereich der Nasenhöhle oder dem Rachen entnommen werden mussten. Inzwischen wird für viele Anti­gentests auch Speichel als Ausgangsmaterial akzeptiert, weil er die Viren in gleich hoher Konzentration enthalten kann.

    6.”Sollte ein Virologe oder ein Epidemiologe weiterhin behaupten, dass Sars-CoV-2 ein neues Virus sei, gegen das es keine Immunität gebe, nachdem man schliesslich Sars-CoV-2 mit einem Antikörper gegen Sars-CoV-1 nachgewiesen hat, müsste man ihm den Lehrauftrag entziehen.”
    Noch einmal die Daten belegen eindeutig und klar, dass das Immunsystem das neue Virus nicht kennt.
    Hier mit über 45000 Teilnehmenden:
    https://www.nature.com/articles/s41564-021-00947-3

    Abschliessend erkenne ich bei Ihrer Meinung viel Glauben und wenig Wissen.

    Bitte um Selbstreflexion.

    Wünsche einen schönen Tag

    Gruss Fäbi

  3. Fabian Eisenring

    Edit:

    Sie schreiben:
    “Einen Test, der aufzeigt, warum Kinder immun sind… ”
    Wie kommen Sie denn darauf? Realität ist:
    15 Long Covid Kliniken für Kinder in UK
    “The condition is so common that the UK’s National Health Service is opening 15 long COVID clinics for children”

    Bitte kehren Sie in sich…..es geht hier um Kinder.

    Gruss und wünsche einen schönen Tag

    1. Isabel Teuffenbach

      Eine im Lancet Child & Adolescent Health publizierte Studie aus Australien folgte 172 Kindern und Jugendlichen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 über 3 bis 6 Monate. Daten von 151 (88%) Kindern und Jugendlichen konnten ausgewertet werden. Alle diese Kinder und Jugendlichen wurden wieder vollständig gesund bzw. hatten wieder den gleichen Gesundheitszustand wie zuvor. “In our paediatric cohort, full recovery occurred within weeks of acute symptom onset and reported symptoms were mild in severity.”

      1. Fabian Eisenring

        Hey, guten Tag wohl,
        Um die ganze Wahrheit zu erfahren, sollte man auch die gesamte Analyse zitieren, nicht nur was gerade sein Weltbild bestätigt:
        Our cohort comprised of 171 children (median age 3 years [IQR 1–8]): 90 (53%) boys and 81 (47%) girls. Most children had mild disease (100 [58%]) or were asymptomatic (61 [36%]), and nine (5%) children had moderate disease. The few hospital admissions (14 [8%] children) were generally brief and were for observation or fluid rehydration. One (1%) child with complex congenital heart disease had severe COVID-19 pneumonitis with acute respiratory failure (appendix p 3). Two (1%) children had post-acute COVID-19 inflammatory conditions temporally associated with SARS-CoV-2: a 7-year-old child with paediatric multisystem inflammatory syndrome who required intensive care management, and an 11-month-old child with Kawasaki disease.
        Follow-up data at 3–6 months were available for 151 (88%) of 171 children, of whom 54 (36%) were asymptomatic and 97 (64%) were symptomatic (ie, with mild, moderate, or severe disease) with acute COVID-19. 12 (8%) children had post-acute COVID-19 symptoms, all of whom were symptomatic with acute COVID-19 (table). The most common post-acute COVID-19 symptoms were mild post-viral cough (six [4%] of 151 children), fatigue (three [2%] children) or both post-viral cough and fatigue (one [1%] child). The duration of post-viral cough ranged from 3 weeks to 8 weeks and of post-viral fatigue ranged from 6 weeks to 8 weeks from the time of symptom onset. At the most recent review in March, 2021, all 151 children had returned to their baseline health status and post-acute COVID-19 symptoms had resolved. Follow-up data for 20 children were not available; seven (35%) of these children had asymptomatic COVID-19.
        TableDemographic and clinical characteristics of children with post-acute COVID-19 symptoms

    2. Kurt Nünlist

      Guten Tag Herr Eisenring.

      Ich bin nicht vom Fach, sondern Lokführer.

      Ein Antikörpertest kann Aussagen ob man Antikörper hat und wieviel. Sprich ob man geschützt ist und ob der Körper gerade im Kampf mit dem Virus ist. Ein PCR-Test kann nur Aussagen ob man Kontakt mit dem Virus hatte.

      Ich bin aber nicht vom Fach und ich möchte Sie mal fragen was für Qualifikationen Sie haben. Sind Sie Journalist?

      Liebe Grüße Kurt

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